Letter to the Editor of Frankfurter Allgemeine Zeitung

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ESM

The economic editorial "A think tank called ESM" by Werner Mussler (F.A.Z., November 8) contains distortions that I would like to clarify. In mid-October, the European Commission hosted a broad discussion in Brussels on the reform of the Stability and Growth Pact. Nevertheless, the article suggests that an economist who has worked extensively on the European Stability and Growth Pact for more than 25 years had better keep quiet. In the early 1990s, Klaus Regling, now head of the European Stability Mechanism (ESM), helped draft the Stability and Growth Pact under then German Finance Minister Theo Waigel. Today, he remains convinced that this pact is essential for the good functioning of the monetary union, but that certain parts of the pact should be adapted to the changed economic circumstances in order to maintain and strengthen its credibility. In the current public debate, he is not arguing for an increase in the EU debt target to bring it in line with current debt levels - as falsely portrayed in the article - but for very sound economic reasons: because interest rates are much lower today than they were 30 years ago. Lower interest rates today make it possible to finance higher debt levels without jeopardizing a country's debt sustainability. Numerous economic studies show that while interest rates will rise from today's levels, they will not return to the levels they were 30 years ago. Your article unfortunately did not portray this correctly. 

Cédric Crelo, Chief Spokesperson of the European Stability Mechanism (ESM), Luxembourg

 

Original letter in German:

Der Wirtschaftsleitartikel „Ein Thinktank namens ESM“ von Werner Mussler (F.A.Z. vom 8. November) enthält Verzerrungen, die ich gern klarstellen möchte. Mitte Oktober hat die Europäische Kommission in Brüssel zu einer breiten Diskussion über die Reform des Stabilitäts- und Wachstumspakts eingeladen. Trotzdem suggeriert der Artikel, dass ein Ökonom, der sich seit mehr als 25 Jahren mit dem europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakt intensiv beschäftigt, besser schweigen solle. Anfang der 1990er-Jahre schrieb Klaus Regling, heute Chef des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM), unter dem damaligen Bundesfinanzminister Theo Waigel am Entwurf für den Stabilitäts- und Wachstumspakt mit. Heute ist er nach wie vor davon überzeugt, dass dieser Pakt für das gute Funktionieren der Währungsunion unerlässlich ist, dass aber bestimmte Teile des Paktes den geänderten wirtschaftlichen Verhältnissen angepasst werden sollten, um seine Glaubwürdigkeit zu erhalten und zu stärken. In der aktuellen öffentlichen Debatte spricht er sich nicht für eine Erhöhung des EU-Schuldenziels aus, um es dem aktuellen Schuldenstand anzupassen – wie fälschlich in dem Artikel dargestellt wird –, sondern aus ökonomisch sehr fundierten Gründen: weil die Zinsen heute wesentlich niedriger sind, als sie es vor 30 Jahren waren. Die niedrigeren Zinsen heute ermöglichen es, einen höheren Schuldenstand zu finanzieren, ohne die Schuldentragfähigkeit eines Landes zu gefährden. Zahlreiche ökonomische Untersuchungen zeigen, dass Zinsen zwar von dem heutigen Niveau steigen werden, aber nicht wieder so hoch werden, wie sie es vor 30 Jahren waren. Ihr Artikel hat das leider nicht richtig dargestellt. 

Cédric Crelo, Pressesprecher des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM), Luxemburg
 

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